Wie ich Content Strategin in London wurde?

Ich wollte weg. Ich wollte wieder einige Zeit im Ausland leben und zwar in meinem geliebten Frankreich. Der Sprache und der Mentalität zugeneigt – mein Land. Doch dann kam eine Woche im Mai 2016, die wir in London verbracht haben. Wir? Ich und die Kollegen, die fleißig berufsbegleitend Content Strategie studieren. Ja, auch das musste wohl auch wieder sein. Fachlich was Neues, mein zweites Studium. Und ich liebe es. Und so wurde ich Content Strategin in London.

London hat mein Leben verändert

Und seit dieser Woche im Mai, wo wir viele Content Strateginnen kennen gelernt haben, wurde mir auch einiges klar: 1. Content Strategie ist voll meins. 2. Und ich kann es super mit mit meinen bisherigen Erfahrungen und Kenntnissen verknüpfen. 3. Ich will meine Masterarbeit über ein tolles Content Projekt schreiben, das Land war mir jetzt egal.

Nach Kontakten zu Firmen in Frankreich, Schweden und England wurde es letztendlich London. Und ich bin so froh darüber. Innerhalb der ersten Tage habe ich schon mehr Kontakte zu Content Leuten geknüpft als im letzten Jahr in Österreich.

Hotspot für Content Strategy

Ich bin am Google Campus unterwegs und lerne tolle Menschen mit tollen Geschäftsideen kennen. Ich durfte auf der Content Strategy Applied sprechen und den Studiengang vorstellen. Ich durfte bei einem Meet-Up mit 4 tollen Vorträgen aus dem Content Bereich interessante Projekte kennen lernen. Was mich dabei auch freut, dass ich Miriam Löffler ein Paar Ideen und Case Studies für die zweite Auflage ihres Buches „Think Content“ aus London weiterleiten darf.

Und dann habe ich auch noch das Glück, mit einer Content Managerin zusammen zu wohnen, die gerade eine Ausbildung zu User Experience Design macht. Also kommen wir aus zwei Bereichen, die sich stark überschneiden, und den User bzw. Customer zentrierten Ansatz voll leben. Wir tauschen uns mit Literatur aus, wir diskutieren über Ansätze, gehen zu interessanten Veranstaltungen und sie liest über meine Projekt- und Masterarbeit drüber.

Ein Projekt wie 1000 andere

Was ist jetzt das spannende Projekt, das ich in London umsetzen darf? Ich schreibe eine Content Strategie für einen Frisör Salon. Kleinbetrieb, Servicebranche. Keine Ahnung wie viele 1000 Österreichische Unternehmen in diese Kategorie fallen. Und die Literatur für Content Strategie ist vor allem für große Unternehmen geschrieben, die eigene Abteilungen für User Research, Web Entwicklung, Content Erstellung haben – sprich Text, Bild, Video. Ich kann also eine komplette Strategie entwickeln und bis zur Umsetzung begleiten.

Die Analyse Phase

Jetzt zu Beginn mache ich gerade Interviews mit den Kundinnen. Nach den ersten acht Interviews lassen sich schon ganz klar die Gemeinsamkeiten der Langzeitkundinnen definieren: Sie wohnen oder Arbeiten in der Gegend, kommen über Empfehlung oder haben sich beim Vorbeigehen vom Salon angesprochen gefühlt. Sie mögen das Persönliche und natürlich die Kompetenz der Frisöre, auf die sie sich verlassen. Es ist ein gemütliches Ambiente, in einer einladenden Straße. Freundliche Leute, die ihre Kunden alle beim Namen kennen. Und teilweise ihre Lebensgeschichte, nach über zehnjähriger Treue. Interessanterweise keine Social Media Nutzerinnen und lieben den persönlichen Kontakt. All das spiegelt aber die Website nicht wieder. Sie ist austauschbar mit zwar schicken, aber unrealistischen Fotos von Models.

Spannend werden jetzt die Interviews mit neuen Kundinnen. Sind sie nach dem ersten Besuch schon sicher, zu bleiben? Und wie könnte man sich unterstützen, dass sie sich ebenfalls so zu Hause fühlen, die die Langzeitkunden? Wie kann man zwischen den Besuchen beim Frisör den Kontakt aufrechterhalten? Wollen das die Leute überhaupt? Wie kann man die vorhandene Facebook Seite nutzen oder soll man sie besser aufgeben? Wenn die neuen Kunden genauso wenig Interesse an Social Media haben oder online Suche, dann kann aus einer ursprünglich geplanten digitalen Content Strategie auch eine offline Strategie werden – und es kommen Flugblätter, Straßenaufsteller oder Postwurfsendungen ins Spiel. Hier sieht man erstens, wie wichtig die Analyse Phase ist, und zweitens, dass Content Strategie viel mehr ist als nur digitale Kommunikation.

Das Bild wird immer klarer

Schon bei manchen Gesprächen habe ich schon ein Bild, wie die Website fokussiert werden kann. Aufgeräumter, mit den wichtigsten Informationen, die die Besucher brauchen. Brauche nur noch zu wissen, was neue Kunden wollen und schon haben wir das Konzept.

Ich werde auch mit dem Team die Marke definieren. Dazu habe ich schon einige Adjektive bei den Interviews gesammelt, die sich stark wiederholen. Ich kenne also schon mal die Sicht der Kundinnen. Wie sieht das Team selber den Salon? Daraus werden wir noch Markenbotschaften und Kommunikationsziele ableiten. Auch das ist aufgrund der Analyse ein Kinderspiel aber sehr effektiv.

Von der Analyse bis zur Umsetzung

Und zu guter Letzt geht es dann noch um die Einschulung des Teams, wie sie die Erkenntnisse ein- und umsetzen können und wie sie die Social Media Kanäle selber bespielen können (sofern wir uns dafür entscheiden :)). Mit Redaktionsplan und allem drum und dran. Die offline Welt in die online Welt transportieren.

Ich bin schon gespannt….

2 Comments


    • Replay Cancel Replay
    • April 27, 2017

    Good luck for this interesting project!

      • Irene Michl
        Replay Cancel Replay
      • April 27, 2017

      Thank you! Es läuft sehr gut :)

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